ausstellung
Michael Triegel - Jenseits des Sichtbaren
Bis 15. Juni 2025 ● Aachen ● Suermondt-Ludwig-Museum
Michael Triegel zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern. Seine Werke – von eindrucksvollen Altarbildern über Porträts bis hin zu Stillleben und Landschaftsaquarellen – verbinden eine meisterhafte Maltechnik mit einer intensiven Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte. Inspiriert von der Formenwelt der italienischen Renaissance, dem Manierismus und dem spanischen Barock, kreiert Triegel Bildwelten, in denen er Versatzstücke der antiken Mythologie, der biblischen Heilsgeschichte und des kulturhistorischen Repertoires aufgreift, neu kombiniert und interpretiert. Durch die altmeisterliche Lasurtechnik in Kombination mit hochaktuellen Inhalten gestaltet Triegel Bildwelten, die zugleich zeitlos und überraschend wirken. Seine Werke stehen zwischen Tradition und Moderne: Mit selbstbewusster Souveränität adaptiert der Künstler tradierte Bildformeln und Sujets, deren Zusammenstellung gezielt irritiert und Fragen aufwirft, deren Beantwortung er den Betrachter:innen überlässt.
Internationale Beachtung erlangte er 2010 mit dem Auftrag des Bistums Regensburg, ein Porträt von Papst Benedikt XVI. zu malen sowie zuletzt mit der Vollendung eines Cranach-Altars im Naumburger Domchor.
Die Aachener Ausstellung präsentiert Triegels Ausdrucksvielfalt in ihrer ganzen Bandbreite: von großformatigen Arbeiten der 90er Jahre bis hin zu seinem neuesten Werk „Junger Mann aus Procida“ (2025), das mittelalterliche Bildtradition, gelebte Glaubenspraxis und zeitgenössisches Porträt vereint. Die Schau bietet somit eine einzigartige Gelegenheit, das facettenreiche Werk zu erleben. Sie zeigt nicht nur seine meisterhafte Technik, sondern auch seine Fähigkeit, komplexe Themen auf eine Weise darzustellen, die traditionell wirkt und dennoch provoziert.
Triegels Aquarelle italienischer und britischer Landschaften stehen in der Tradition von Dürer bis Turner. Seine Stillleben spielen mit dem formalen Reiz schimmernder Oberflächen und morbider Elemente. Zugleich sind die Motive auch inhaltlich angereichert, sodass sie vom Sichtbaren auf eine unsichtbare Interpretationsebene verweisen und zum Nachdenken über die Vergänglichkeit von Leben und Schönheit anregen.
Bildunterschriften und /-nachweise:
1. Michael Triegel, Deus absconditus, 2013. Dauerleihgabe an die Kath. Kirchengemeinde St. Matthias, Berlin. Foto: Galerie Schwind, Leipzig | VG-Bildkunst, Bonn 2025
2. Michael Triegel, Renaissance, 2015. Foto: Galerie Schwind, Leipzig | VG-Bildkunst, Bonn 2025
3. Michael Triegel, Memorial für Blaise Pascal, 2018. Panorama Museum, Bad Frankenhausen. Foto: Galerie Schwind, Leipzig | VG-Bildkunst, Bonn 2025
4. Michael Triegel, Imago, 2019. Foto: Galerie Schwind, Leipzig | VG-Bildkunst, Bonn 2025
5. Michael Triegel, Vater und Tochter malen Mutter und Sohn, 2005. Foto: Galerie Schwind, Leipzig | VG-Bildkunst, Bonn 2025